Dankschreiben von Bischof Bargallo |
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an den Schulleiter Bernhard Nadorf im Oktober 2003Liebe Ehemalige, Liebe Lehrer und Liebe Studierende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums, Lieber Bernhard, als erstes möchte ich mich für die Zeit entschuldigen, in der ich kein Lebenszeichen von mir gegeben habe. Du hast bestimmt gedacht, ich wäre verstorben. Nicht doch. Gott sei Dank lebe ich und bin sehr fröhlich mit den Herausforderungen, die Gott mir in meinem Leben als Bischof stellt. Ich weiß, dies ist keine Entschuldigung für die lange stille Zeit, aber die Wahrheit ist, dass die letzten Monate sehr stressig waren, mit wenigen Momenten mit Ruhe und Entspannung. Ich möchte dir einiges erzählen, damit du dir ein Bild von hier machen kannst. Einerseits, als ich den Posten als "Pastorial Juvenil" (Jugendpastoral) in Argentinien aufgegeben habe im November 2002, dachte ich, ich würde mit etwas mehr Zeit rechnen können um die Themen des Alltags zu bewältigen. Das war meine Phantasie. Durch die Wahl meiner Brüder musste ich andere Aufgaben übernehmen. Jetzt bin ich Mitglied in der Kommission von "Pastorial Social" (Sozialpastoral) und "Ecumenisino" (Ökumene). Ich nehme an verschiedenen Sitzungen teil und ein paar Wochen lang beschäftige ich mich mit Themen, die ich nicht kannte und die eine besondere Aufmerksamkeit brauchen. Zusammen mit 2 anderen Bischöfen musste ich die "Runde des argentinischen Dialoges" einführen, eine Initiative mit den Vereinigten Staaten und ursprünglich auch mit der argentinischen Regierung, mit dem Ziel, die Bildung von Organisationen anzuregen, die nicht zur Regierung gehören und zwischen diesen Organisationen einen Dialog und "eine Studie um politische Angebote in verschiedenen Bereichen" die in Argentinien existieren, zu beginnen. Darunter sind Schule, Gesundheit, Soziale Fragen, politische Reform, Reform des Staates. In diesem Jahr haben mir die Bischöfe in meiner kirchlichen Provinz auch die Koordinierung der Caritas der Gesamtdiözese in der Region Buenos Aires (11 Einzeldiözesen insgesamt) übertragen, einer Diözese, deren Aufgabe und Mission sich erweitert hat, aufgrund der Armut, die das Land momentan beherrscht, besonders in der Peripherie von Buenos Aires. Andererseits habe ich im Mai habe ich die Verantwortung an der Spitze von "Sección de Juventud" (Jugendabteilung) von CELAM (Südamerikanische Bischofskonferenz) abgegeben. Aber um die gesammelten Erfahrungen der letzten 4 Jahre zu bewahren, haben wir von der Bischofskonferenz die Erlaubnis erhalten, ein Buch zu erarbeiten, das wir schreiben, um unsere Erfahrungen aufzuzeichnen und Lateinamerika durch die Weitergabe unserer Erfahrungen weiter voranzubringen. In verschiedenen Internetauftritten habe ich dieses Buch mit den Autoren der einzelnen Kapiteln besprochen und korrigiert. Gott sei Dank haben wir es geschafft das Buch zu Ende zu schreiben und an allen "Pastoral de Juventud" (Jugendeinrichtungen) in Lateinamerika zu verschicken. Dennoch, ich möchte dich nicht mit den verschiedenen Aktivitäten der Diözese nerven. Ich möchte dir einiges erzählen von den Projekten die wir begonnen haben und Dank deiner Hilfe weiter führen können. Endlich, "last, but not least", beanspruchte mich die eigene Diözese, die ein sehr intensives Pastoralleben hat, sehr. Ich möchte Dich nicht damit ermüden, dass ich Dir von den Aktivitäten meines pastoralen Dienstamtes erzähle, wie die Patronatsfeste der Kapellen und Pfarreien, die Firmungen, die Pastoralbesuche in den Pfarreien (für jeden brauche ich zwischen 4 und 6 Tagen) oder in den Schulen (normalerweise einen ganzen Arbeitstag), die Begegnungen mit dem Klerus (Tage des Gebetes und der Betrachtung eine ganze Woche jährlich) und den ständigen Diakonen, den Versammlungen der Räte (Priesterrat, Pastoralrat, Rat für wirtschaftliche Angelegenheiten) usw., usw. Aber ich möchte Dir doch ein wenig von dem erzählen, was wir dank der Hilfe von Adveniat (aber hauptsächlich durch Deine Vermittlung und durch Deine beharrliche Arbeit zugunsten unserer Diözese) anfangen und voranbringen konnten für die Gehälter von Pastoralmitarbeitern. Die Möglichkeit, einige fähige Personen einzustellen, hat uns enorm geholfen, Aspekte des diözesanen Pastorallebens zu gestalten, die diese Widmung "full time" erforderten, so wie ich Dir erklärt hatte und was Du so gut verstehen konntest. Jugendpastoral:Organisierung und Durchführung des Bildungsseminars für "animadores " (Jugendgruppenleiter) der Jugendpastoral in der Pfarrei, um ältere Jugendliche und Erwachsene in der Begleitung von Jugendgruppen in ihrem Prozess des Wachsens im Glauben und im kirchlichen und sozialen Engagement auszubilden. Zusammenfassend erklärt umfasst dieses Seminar 5 Einheiten: eine Grundeinheit (Integrale Pastoral und Jugendgemeinschaft - Gruppe und Rollenverständnis - Planung - Vorstellung vom Bildungsweg - Methodik und Methoden) und 4 spezifische Einheiten: Kirchliche Gemeinschaft - Jugendspiritualität - Persönlichen Wachsen (Prozess des Wachsens im Glauben) - Dienst an der Gemeinschaft (soziales Engagement). Bei jeder Einheit wird mit den Teilnehmern an einem Wochenende mit einer entsprechenden Methodik gearbeitet. Es haben schon 4 Einheiten stattgefunden, und die 5. ist für den Monat November vorgesehen. Am gesamten Prozess haben 55 Jugendgruppenleiter aus 15 Pfarreien teilgenommen. Die Auswertungen waren sehr gut und ermuntern uns, im nächsten Jahr einen ähnlichen Prozess durchzuführen. Organisierung einer Bibliothek mit didaktischen und pastoralen Materialien zum freien und kostenlosen Gebrauch der Pastoralmitarbeiter in den Pfarreien Organisierung und Vorbereitung der Diözesandelegation, die Ende November am Nationalen Treffen der Diözesan- und Pfarrverantwortlichen der Jugendpastoral teilnehmen wird. Diese Delegation wird 80 verantwortliche Jugendliche umfassen. Organisierung des diözesanen Sekretariats der Jugendpastoral, das in der diözesanen Kurie seinen Sitz hat und das für jede Art von Anfragen zuständig ist und die in den vorhergehenden Punkten aufgezeigte Aufgabe voranbringt. Caritas:Die Aufgabe der Diözesancaritas ist im Augenblick enorm und würde einen sehr langen Bericht erfordern, damit man sich gerade ein wenig vorstellen kann, was wir an Hilfe für die Ärmsten und an Projekten menschlicher und sozialer Förderung leisten. Der Anschaulichkeit halber zähle ich schnell die wichtigsten Aktionen auf, welche die eingestellten Personen auf Diözesanebene durch Teams, die sich für verschiedene Themen bildeten, koordinieren: Betreuung und sofortige Hilfe in einzelnen Situationen von Notfall und Armut. Motivierung in der Pfarrei: Orientierung und Anhören von Ehrenamtlichen der Caritas in der Pfarrei durch monatliche Treffen nach Dekanaten; jährliche Fortbildungskurse auf Diözesanebene für die genannten Ehrenamtlichen; Besuche in den Pfarreien und Fortbildung in denselben. Betreuung und Organisierung von Volksküchen und der Programme, die darin bestehen, jedem Kind 1 Glas Milch täglich zu geben ("copas de leche"), insgesamt 68, welche die Betreuung von ungefähr 13.000 Personen bedeuten, der größte Teil Mädchen und Jungen. Ich sage "ungefähr", weil diese Zahl auf den Monat April (letzte Zählung bei den Volksküchen) zutrifft und es sehr wahrscheinlich ist, dass sich diese Zahl noch ein wenig erhöht hat. Betreuung und Organisierung von Kindergruppen: Verwaltung und Fortbildungsangebot für das Personal in den Zentren der Kinderbetreuung und in den staatlich beaufsichtigten Kindergärten (in Vereinbarung mit dem Staat), die in verschiedenen Kapellen und Pfarreien dank staatlicher Zuschüsse, die eine ständige Bewertung und Abrechnung erfordern, in Betrieb sind. Organisierung des Netzes schulischer Unterstützung: Koordinierung von Aktionen und Fortbildung für Ehrenamtliche, die Mädchen und Jungen mit Lernschwierigkeiten und mit sehr wenig oder keiner Unterstützung seitens ihrer eigenen Familien bei Schulaufgaben helfen. Organisierung und Begleitung des Netzes von "Apotheken": Das Thema der Medikamente, die an Personen mit äußerst wenigen Mitteln dank der Spenden der Italienischen Caritas und dank einer Hilfe der Spanischen Bischofskonferenz abgegeben werden, hat es erforderlich gemacht, die Ehrenamtlichen auszubilden in der Verwaltung von Mitteln und in der anzuwendenden Methodik, um das Medikament abzugeben, die Spenden zu erfassen und bei den Spendern entsprechend abzurechnen. Organisierung und Motivation des Netzes von Großeltern: In vielen Pfarreien gibt es eine besondere Arbeit mit Senioren, um die Begegnung zwischen ihnen herbeizuführen und die Entwicklung von verborgenen oder erworbenen Fähigkeiten zu fördern, die den "Großmüttern und Großvätern" ermöglichen, sich "nützlich" zu fühlen, wenn sie irgendeinen Gemeinschaftsdienst verrichten. Dies setzt monatliche Versammlungen zur Koordinierung mit den Verantwortlichen in den Pfarreien und die Organisierung von zentralen Veranstaltungen voraus. Vorbeugung gegen Gewalt in der Familie: Individuelle Betreuung am Sitz der Diözesancaritas und Bildung von Selbsthilfegruppen, Seminare zur Vorbeugung, Rechtsberatung. Die Diözesancaritas und eine Frauenvereinigung unterhalten ein Heim für Frauen, die Opfer der Gewalt geworden sind. Mikrounternehmen: Dank einer Hilfe von der Spanischen Caritas konnten wir ein erstes Seminar zur Fortbildung in Führung von Mikrounternehmen durchführen. Angesichts der enormen Arbeitslosigkeit haben viele Familien Mikrounternehmen angefangen, wie Herstellung und Verkauf von Brot, Herstellung oder An- und Verkauf von Kleidung, Kiosks in Stadtvierteln, Herstellung und Verkauf von süßem Gebäck, Pizzagebäck usw. Um diese Unternehmungen zu stärken, arbeiten wir an drei Schwerpunkten: der Fortbildung, dem Mikrokredit, der Förderung des Austauschs der Unternehmer. Im September wird das zweite Fortbildungsseminar beginnen (7 aufeinanderfolgende Freitage, von 14.00 bis 17.00 Uhr). Annahme von Spenden (normalerweise trockene Lebensmittel) und Verteilung an die Zentren (Volksküchen, Kindergärten, "copas de leche" (Milchausgabestätten) usw.). Kauf und Verteilung von Lebensmitteln. Viele dieser Aktionen werden zusammen mit staatlichen Einrichtungen (Universitäten: von Gral. Sarmiento, von Morón, von Luján; Provinzrat für menschliche Entwicklung und Familie; Ministerium für Soziale Entwicklung der Nation usw.; konsultative Gemeinderäte) durchgeführt oder mit Nicht-Regierungsorganisationen ("Inter-redes", "Fe y alegría", "Madre Tierra"; "Acción contra el hambre" von Spanien; "Médicos del mundo", "Fundación Antorcho": finanziert Ausrüstung und Infrastruktur für Kinderzentren usw.). Das tägliche Verfolgen all dieser Projekte erfordert einen enormen Einsatz seitens der eingestellten Personen und seitens vieler Ehrenamtlicher. Erziehungspastoral:In unserer Diözese gibt es 30 kirchliche Schulen mit insgesamt 17.300 Schülern. Das wirtschaftliche Niveau der weitaus meisten Familien, die ihre Kinder in unsere Schulen schicken, ist sehr niedrig. Deshalb versucht man zu erreichen, dass der monatliche Beitrag, den sie entrichten müssen, möglichst niedrig ist. Damit Du eine Vorstellung hast, in der billigsten Schule betragen die Jahreskosten für den Unterricht Pesos ($) 90 (US$ 31) und in der teuersten $ 866 (US$ 298), die auf 10 Raten im Jahr verteilt sind. Der Staat bezuschusst die Gehälter der Lehrer nur für jene Unterrichtsfächer, die staatlich vorgeschrieben sind, nicht aber für Fächer, die darüber hinausgehen (Erklärung Michael Kuhnert: z. B. Religionsunterricht); er bezuschusst keine anderen Ausgaben (er bezahlt weder das Personal der Schulverwaltung noch Kosten des Unterhalts und der Infrastruktur). In den ärmsten Schulen unterstützt er besagte Gehälter zu 100 %, in den meisten Schulen zu 80 % und in einer Schule zu 70 %. Diese schwierige Situation führt dazu, dass fast keine Institution psychopädagogische Behandlungsräume hat, die so nötig sind, und dass der Beitrag, den man den Schulen abverlangen kann, um die Dienste der Kirche auf kommunaler, diözesaner, provinzieller und nationaler Ebene zu unterhalten, sehr niedrig ist. Eines der bezuschussten Gehälter wurde für eine der vier eingestellten Personen verwandt, die in der "Junta Regional de Educación Católica" (JuREC) (= diözesane Instanz zur Koordinierung der Erziehungspastoral) arbeiten. Trotz der Beschränkung, die so wenig Personal bedeutet und dank der großen Anstrengung von Ehrenamtlichen haben wir in diesem Jahr (2003) mit der Ausarbeitung des diözesanen Erziehungsprojektes begonnen, um gemeinsame Ziele und Kriterien zwischen allen Erziehungsdiensten zu suchen. Es wurden schon zwei Arbeitstage für Lehrer in jeder Institution durchgeführt: einer, um die Beurteilung der soziokulturellen, religiösen Lage auszuarbeiten, in der sich die Schüler und die Schulen befinden; ein weiterer, um die Herausforderungen zu analysieren, die vorrangig angegangen werden müssen. Ende des Jahres wird ein Treffen aller Erziehungsgemeinschaften durchgeführt, um gemeinsame Ziele und Handlungsrichtlinien festzusetzen. Migrantenpastoral:Charakteristisch für meine Diözese ist, daß sie eine sehr wichtige Migration aus Nachbarländern, besonders Paraguay und Bolivien, hat. Organisierung des diözesanen Migrantenpastoralteams für die pastorale Betreuung der Paraguayer und Bolivianer und ihre allmähliche Eingliederung in die lokalen Gemeinschaften. Öffnung eines Betreuungsbüros an drei Tagen in der Woche (3 Stunden täglich). Angesichts eines Projektes der Registrierung von Bolivianern, die in Argentinien leben, deren Zeit begrenzt ist, wurden wichtige Erleichterungen bei den argentinischen Migrationsbehörden erreicht, um die Bolivianer Wurzeln schlagen zu lassen. Das Büro der Migrationspastoral leistet zur Zeit einen unschätzbaren Dienst der Orientierung und Hilfe für unsere bolivianischen Brüder, damit sie ihre Situation und Papiere in Ordnung bringen können. Diözesane Kommunikation:Die beauftragte Person hat viel erreicht dahingehend, dass das Leben an Gemeinschaft und Teilhabe reicher wurde. Ausarbeitung einer Diözesanstatistik und Veröffentlichung des ersten Diözesanen Führers mit allen Daten der Pfarreien, Kapellen, Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen, kirchlichen Schulen, Diözesen Argentiniens usw. Monatliche Veröffentlichung der Diözesanzeitschrift "Noticias Diocesanas" (Nachrichten aus der Diözese) (2.000 Exemplare) mit Information über durchgeführte Aktionen und gemeinsame Ereignisse von allgemeinem Interesse. Dienst in der Diözesankurie
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