28. November 2011:

Ein Abend der Deutsch-Englischen Gesellschaft

In der Aula des Nikolaus Groß Abendgymnasiums: Bernhard Nadorf (links stehend) und Dr. Christopher Ray (am Rednerpult)

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums und der Deutsch-Englischen Gesellschaft Ruhr e.V. sprach am Abend des 28. November der Highmaster der Manchester School, Dr. Christopher Ray über seine Schule und ihre Verbindungen zu Deutschland.

Bilder aus der Präsentation von Dr. Christopher Ray (im Bild in der Mitte); Bild unten: Die Eule, die Schüler auf ihrer Schuluniform tragen

Die MGS wurde im Jahre 1515 durch Hugh Oldham, den Bischof von Exeter gegründet und so wird sie im Jahre 2015 ihr 500jähriges Jubiläum. Das Motto dieser Schule ist „Sapere aude“ und die Schüler tragen ein Bild der Eule als Zeichen der Weisheit auf ihrer Schuluniform.

Mit 1600 Schülern ist die MGS die größte Jungenschule im Vereinigten Königreich und ist bei den landesweiten rankings ihrer A-Level Ergebnisse immer unter den besten. Durch die systematische finanzielle Förderung von Kindern aus sozial schwachen Familien schafft die Schule die Voraussetzungen, dass alle Jungen, die es schaffen, die Eingangsüberprüfungen erfolgreich zu absolvieren, die Schule auch zu besuchen. Die Lehrpläne der Schule zielen nicht nur darauf ab, die intellektuellen Fähigkeiten der Schüler zu fördern und optimal auf die zentralen Leistungsüberprüfungen vorzubereiten. Darüber hinaus bietet die Schule eine Fülle von insgesamt 132 Arbeitsgemeinschaften an (sog. Extracurricular activities), die zu einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Als die MGS im Jahre 1515 gegründet wurde, wurde sie von 40 Jungen besucht, und die Fächer waren Latein, Griechisch und Religion. Mathematik war optional. In der Zeit der Industriellen Revolution, die von der Stadt Manchester ausging, veränderte sich auch der Fächerkanon, sodass fortan auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer in den Lehrplan aufgenommen wurden.

Die Beziehungen zu Deutschland und zu Deutschen Schulen haben für die Lehrenden und Schüler der Manchester Grammar School im Rahmen ihrer vielfältigen internationalen Kontakte immer eine besondere Rolle gespielt. So erinnerte Dr. Ray daran, dass der Highmaster der Schule trotz der Proteste von Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg an einer Klassenfahrt in das zerstörte Deutschland festgehalten und dabei betont habe, dass es für ihn keine Kollektivschuld aller Deutschen gebe. Dieser Einsatz für die Versöhnung zwischen ehemals verfeindeten Nationen findet auch seinen Ausdruck auf der Tafel der „Assembly Hall“ in der Manchester Grammar School. Dort ist – inmitten vieler englischer Namen von gefallenen Soldaten – auch der Name eines Deutschen Lehrers verzeichnet, der in der Zeit von 1912 bis 1913 an der MGS tätig war, dann in seine Heimat zurückkehrte und dann auf dem Schlachtfeld von Flandern im Kampf gegen England fiel. Damit verbindet sich die Geschichte der MGS mit der Geschichte vieler anderer Schulen und auch mit der Geschichte der Deutsch-Englischen Gesellschaft Ruhr e.V., die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um in den Ruinen des Zweiten Weltkriegs die Grundlagen für Frieden und dauerhafte Versöhnung zu legen.

Bild oben aus der Präsentation von Dr. Christopher Ray: Die Manchaster School zu Beginn des 20. Jahrhunderts und heute

Bilder unten: Zusammentreffen mit den Gästen des Abends im Anschluss an den Vortrag.

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